REISEGUTSCHEINE

Reisegutscheine – die sogenannte Gutscheinlösung – werden von vielen Reiseveranstaltern derzeit anstelle der Rückzahlung der Reisekosten an ihre Kunden ausgegeben. Damit wird versucht, den gesetzlich festgelegten Rückzahlungsanspruch des Kunden zu umgehen und dem Kunden gleichzeitig vorzutäuschen, dass dieser Gutschein alternativlos sei.

Rechtlich gesehen ist es so, dass der Kunden einen Anspruch auf Rückzahlung des Reisepreises hat, wenn die Reise wegen der Beschränkungen der Corona-Pandemie nicht angetreten oder durchgeführt werden konnte.

Die Gutscheine sind vor allem aus Sicht der Reiseveranstalter ein zinsloser Kundenkredit. Aus Sicht der Reisenden stellen sie eine Verkürzung der gesetzlich festgelegten Rechte dar.

Zudem ist bei fast keinem der Gutscheine gewährleistet, dass er im nächsten Jahr für den dann geplanten Urlaub genutzt werden kann. So ist man auf das Angebot des Veranstalters zu dem Reisezeitpunkt beschränkt. Ob Umbuchungen aus Europa bspw. nach Amerika, Asien oder Afrika möglich sein werden, ist dabei auch nicht garantiert. Zudem ist bei den meisten Gutscheinen nicht geklärt, ob diese später mit Sonderangeboten gekoppelt werden können. Die Gutscheinlösung kann sich demnach schnell als Falle für den Kunden entwickeln.

Die Reiseveranstalter garantieren auch nicht, dass man die für einen bestimmten Wert gebuchte Reise dann auch nach den Aufhebungen der Beschränkungen ebenfalls für den Gutscheinwert durchführen kann. Es könnten Zuzahlungen des Kunden durch gestiegene Preise notwendig sein.

Zum Schluss muss auch beachtet werden, dass die Bundesregierung möglicherweise einen Insolvenzschutz der Gutscheine einführen möchte. Allerdings steht zu vermuten, dass dieser ebenfalls nicht unbegrenzt gelten wird.

Kunden sollten sich daher die Vor- und Nachteile eines Gutscheins zumindest vor Augen führen, bevor sie sich dafür oder dagegen entscheiden, einen Gutschein anstelle der Rückzahlung des Reisepreises anzunehmen.